Ein Ausflug in die Physik (Klasse 7)

An unserem Wandertag verschlug es uns an die Freie Universität zu Berlin. Hier erwartete uns Physik zum Anfassen. Nicht jeder verbindet mit dem Fach nun gleich Spiel, Spannung und Spaß - umso überraschter waren die Schülerinnen und Schüler daher, als sie die Katakomben des Physlab in der Schwendener Straße 1 betraten und hundert fertig aufgebauten Physikexperimenten gegenüberstanden. 

Für die Lehrer war es eine Wonne, ihre Schülerinnen und Schüler beim Entdecken und Forschen zu beobachten. In Zweierteams erkundeten die Jugendlichen Experiment für Experiment. Die Begeisterung schlug Wellen. Lehrerinnen und Lehrer kamen mit dem Gucken und Staunen gar nicht hinterher: "Gucken Sie mal hier!", "Schauen Sie sich das mal an". Da kam es auch schonmal vor, dass einem Lehrer an beiden Armen von unterschiedlichen Schülern gezogen wurde. 

Besonders angetan hat die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel das Experiment mit dem Drehhocker und den Hanteln. Hier muss man in jede Hand ein Gewicht nehmen und beide Arme weit zur Seite ausstrecken. Nun setzt man sich auf den Drehhocker. Gerät dieser in Bewegung, zieht man die Arme mit den Hanteln zu sich an den Körper heran. Was sofort auffiel: Die Drehung wurde stärker. Beim Ausbreiten der Arme hingegen verlangsamte sie sich wieder. Ein Phänomen, das Eiskunstläufer bei ihren Pirouetten nutzen, und das selbst die Lehrer zum Juchzen auf dem Drehstuhl brachte. 

Faszinierend war auch die Station "Tauziehen". Hier gab es zwei an einem Stein befestigte Seile, wobei ein Seil standardmäßig befestigt war, das andere hingegen über einen Flaschenzug, der die aufzubringende Last verringert. Somit hat selbst der kräftigste Lehrer gegen das zarteste Mädchen verloren. Entsprechend häufig hallte tosender Applaus durch die Kellergewölbe des Physlab. 

Am Ende erhielt jeder Jugendlicher noch ein Versuchsprotokoll, das er für sein Lieblingsexperiment ausfüllen sollte. Ausführlich beschrieben die Schülerinnen und Schüler darin Versuchsaufbau, Versuchsdurchführung, Beobachtung und Erklärung des Phänomens. Die Methode "Ein Versuchsprotokoll schreiben" ist Standard im naturwissenschaftlichen Unterricht und war damit eine gute Übung. 

Nach 1,5 Stunden waren wir dann ziemlich hungrig und brauchten frische Luft. Genug rumgeblubbert, geklungen, geschwungen, optisch getäuscht oder Licht gebrochen für heute. Einen letzten Gruß an die freundlichen Mitarbeiter, die am Ende doch ziemlich mitgenommen und zerzaust aussahen (so viele Fragen), und dann ging es ab nach Hause. 

Schön war sie - die Reise durch die Physik.