Reinhold Burger

Reinhold Burger (1866-1954), Glastechniker und Erfinder, lebte und arbeitete in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserer Schule. Er entwickelte evakuierte Hohlwandgefäße, unter anderem die Thermoskanne und in Zusammenarbeit mit Wilhelm Conrad Röntgen die Röntgenröhre.

Mit 15 Jahren ging Reinhold Burger nach Berlin. Hier absolvierte er eine Lehre bei der Firma C.A.F. Geissler & Sohn. Danach arbeitete er als ausgebildeter Glastechniker bei Siemens & Halske, bis er im Jahre 1890 von Berlin in die USA umsiedelte. Dort lebte und arbeitete er in New York, Brooklyn, Boston, Philadelphia und Chicago. Zurück in Berlin schaffte er es dann, einen Investor zu finden und gründete im Jahre 1894 seine eigene Firma „R. Burger & Co.“, eine Glasinstrumentenfabrik. Diese stellte Thermometer, Laborgefäße und –geräte aber auch Wasserstandsröhren, Vakuumpumpen und -gefäße, Gasentladungsröhren sowie medizinische Diagnose- und Therapiegeräte her.

Die Geschichte der Thermoskanne begann 1903. Burger experimentierte bereits geraume Zeit mit dem Dewar-Gefäß, als die kleine Glasinstrumentenfabrik in der Wilhelm-Kuhr-Straße 3, in Berlin- Pankow, vom Eismaschinenfabrikanten Linde den Auftrag bekam, Aufbewahrungsgefäße für flüssige Luft zu entwickeln. Diese von Burger hergestellte Warm- und Kalthalteflasche konnte er für den privaten Gebrauch alltagstauglich machen und meldete sie 1903 unter dem Warenzeichen „Thermos“ zum Patent an.

Bereits im Jahre 1901 gelang Burger eine große Erfindung, für die er ein Patent erhielt: In Zusammenarbeit mit Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) entwickelte er die Röntgenröhre. Diese Burgerschen Vakuumröhren zeichneten sich durch elektrische Anschlüsse, eine bleihaltige Schutzschicht und besonders durch unterschiedliche Materialstärken aus.

1927 ließ er den von ihm erfundenen Kaltrotlicht-Bestrahlungsapparat patentieren und vertiefte seine Forschungsarbeit gemeinsam mit Medizinern der Berliner Charité.

Reinhold Burger hatte Teamgeist und entscheidenden Anteil an bedeutsamen Erfindungen, die er bis zur Produktionsreife entwickelte. Er zeigt uns, dass Neugier, Experimentierfreudigkeit, Kreativität, fachliche Kompetenz, handwerkliches Geschick, Kooperation und Ausdauer wesentliche Komponenten des Erfolgs sind. Er lernte in der und durch die Praxis, in verschiedenen Betrieben Berlins und an unterschiedlichen Orten in den USA. Erfahrungen und Experimente bildeten und führten ihn zu seinen Entwicklungen. In der Biographie Reinhold Burgers wird deutlich: Wissen hat seinen Ursprung in der Erfahrung. Die Bewältigung von Herausforderungen ist das Wesen von Lernprozessen.

Auch heute noch bestehen Kontakte zur Familie unseres Namensgebers. Wir möchten an dieser Stelle besonders Herrn Axel Burger, einem Enkelsohn Reinhold Burgers, danken, der unsere Schule auch dieses Jahr wieder durch eine großzügige Spende an unseren Förderverein unterstützt hat.